Ja ich weiß, Kino ist teuer yada yada… 27 Euro für einen Erwachsenen und ein Kind um Toy Story 5 von einer halbwegs akzeptablen Position im Saal zu gucken find ich trotzdem bodenlos. Und der war nicht mal in 3D oder hatte Überlänge.
Was mich aber noch mehr genervt hat: Seit dem Umbau und der Neueröffnung im Juni diesen Jahres gibt’s die klassischen Schalter, an denen man sich vor dem Film zu völlig überteuerten Preisen von unfreundlichen Aushilfskräften wässrige Cola und lauwarmes Popcorn kredenzen lassen konnte, nicht mehr. Stattdessen betritt man jetzt den „Marketplace“. Einen neu gestalteten SB-Bereich, in dem Gäste Snacks und Popcorn aus Schränken wie in der Tankstelle fingern und Getränke selbst zapfen müssen (Es gibt Pepsi im Plastikbecher! Würg!), wo man Merch-Kinkerlitzchen kaufen kann und am Ende durch die Kasse muss. Ganz ehrlich? Das fühlt sich an wie eine Mischung aus ReweToGo am Flughafen, Elbenwald im Einkaufscenter und IKEA-Restaurant. Maximal unangenehm. Dann doch lieber wieder dem unfreundlichen und pickeligen Studienabbrecher dabei zuschauen, wie er in Zeitlupe Popcorn in den Becher füllt und an der Bedienung der Kasse scheitert.
Übrigens hat nur 100 Meter vom Kino entfernt, jüngst ein neuer Ableger von Karls Erlebnis-Dorf eröffnet. Dementsprechend auch das Publikum, dass dort in Oberhausen an diesem warmen Sonntagnachmittag herum mäanderte, auf dem Weg ins Temu-Disneyland: Duisburger Schickeria und das Who-is-who aus den Wartezimmern der Bundesagentur für Arbeit.
Da fahre ich doch liebend gerne demnächst wieder in die Essener Innenstadt, in die altehrwürdige Lichtburg, buche mit dort eine Loge, blicke von dort auf das einfache Volk unten auf dem Parkett hinab und vorbei, auf die gigantische Leinwand, die von einem 70mm Projektor bestrahlt wird und genieße meine Coke aus der Glasflasche. Und beim Verlassen des Kinos bettelt mich noch irgend ein Obdachloser um ein paar Euro an. Das hat wenigstens Stil und vor allem Seele!