Ich glaube, Ted Lasso ist deshalb eine so gute Serie, weil sie einen Erzählstil hat, der heute leider selten geworden ist. Während manche Folgen von Streaming-Serien sich anfühlen, als würden sie einfach niemals enden, weil die Autoren jedes noch so unwichtige Handlungsdetail ausschlachten, um eine Story, die eigentlich locker auch in einen 100-Minuten-Film gepasst hätte, auf zehn Episoden mit jeweils einer Stunde Spielzeit zu strecken und aufzublasen, macht Ted Lasso genau das nicht.
Schon bei so mancher Folge habe ich nach den ersten Minuten gedacht, ich hätte versehentlich eine Episode übersprungen. Aber nein. Oft gehen wir einfach mitten rein und erfahren erst im Laufe der Folge durch kurze und knappe Hinweise in Dialogen, was zwischen dieser und der vorherigen Episode passiert ist. Dadurch wirkt die ganze Handlung viel straffer.
Und ja, natürlich geht es auch anders. Eine Show kann auch sehr langsam erzählt sein, sich viel Zeit für Bilder nehmen, ein Slow-Burner sein und trotzdem fesseln und spannend sein. Aber diese Handwerkskunst beherrschen nur wenige. Und ja, natürlich rede ich Vince Gilligan. Was der mit Breaking Bad, Better Call Saul und Pluribus gemacht hat, macht ihm so schnell keiner nach.
Ein Grund mehr, warum Die Ringe der Macht so gar nicht funktioniert und ich jetzt schon Angst vor der Blade Runner Serie habe. Es sollte ein Gesetz geben, dass nur alle 30 Jahre ein Blade Runner Film gedreht werden darf. Und keine scheiß Serie, die vermutlich wie die meisten nach einer Staffel wieder abgesetzt wird und den sowieso schon enttäuschten Fan mit einem niemals aufgelösten Cliffhanger ins Grab gehen lässt.
Übrigens… Wann geht’s denn endlich bei Alien Earth weiter? Erlebe ich das noch, bevor ich ins Heim komme?
